Beobachten, wie die Struktur wächst

Beobachten, wie die Struktur wächst, setzt zeitlichen Prozess voraus. Unzählige Phasen der Ungeduld und Schwäche werden durch die Notwendigkeit des langen Atems gebrochen. Die Geschwindigkeit endet bei der gesättigten Struktur, beim toten Gegenstand, beim Kunstwerk. Raumstruktur; nicht wie bei Bacon dreidimensional zusammengesteckte Flächen, ein Bühnenbild für die Figur; sondern der Raum, der sich strukturell ändert und mit ihm das in ihm Befindliche. Alles ist von allem abhängig, aber gruppiert sich potentiell ebenso in völliger Freiheit zueinander. Nur muss der Platz oder der Punkt für alles und jedes gefunden werden, wo Zusammengehörigkeit zur Selbstverständlichkeit wird und jede Ungenauigkeit und Beliebigkeit über Bord geworfen ist. Verdichtung bis ins Kleinste und Ausdehnung bis ins Unbestimmte und wieder von vorne, mit dem Schatz der Erfahrung und dem Schmerz der Unwiederholbarkeit.

Alles liegt in molekularer Spannung zueinander, Materie gleich Energie?, eine Vibration, ein in Spannung befindliches Gebäude, die Architektur des Zufalls.

Wir neigen dazu, Gebäude zu errichten, die von anderen abgelöst werden müssen, also höchst eklektizistische Bauten, die aus ihren Brüchen plötzlich eine Qualität erreichen, die die angestrebte verändert hat.

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